Freitag, 17.04.26 um 20:00 Uhr „Theater am Tisch“ im Kulturtheater Tutzing: Alexander Netschajew erzählt und spricht Goethes Faust – Der Tragödie erster Teil
„Das also war des Pudels Kern!“ – Die Gelehrtentragödie
Keine Inszenierung ist so gut wie das Original. Befreit von aller Interpretationswut stellt Alexander Netschajew (Schauspieler, Regisseur und Intendant a.D.) erstmals in Tutzing das wohl berühmteste deutsche Drama vor, mit dem er sich 2018 noch von seinem Stendaler Publikum verabschiedete. Erläuternd, erzählend und vor allem als lebendiges Hörspiel mit vielen Szenen und Monologen führt er durch Goethes Dichtung, welche der Klassiker im Sturm und Drang bereits mit 23 Jahren begonnen hatte. Lassen Sie die Geschichte des Grüblers und mit dem Teufel paktierenden Gelehrten Dr. Heinrich Faust auf sich wirken, wie sie im Buche steht …
Alexander Netschajew liest und erzählt aus Goethes Drama. Die Entstehung, drei Prologe, bekannte Szenen und Monologe, ein Pudel und der Pakt mit dem Teufel.
Goethe begann als Student mit der Arbeit an seinem Opus magnum, als reifer Mann mit 59 Jahren veröffentlichte er „Faust. Der Tragödie erster Teil“. Und die Kenner wissen:
Ein zweiter Teil sollte noch folgen …
Alexander Netschajew beschreibt die Phasen und Schaffensperioden des Autors genauso unterhaltsam und packend wie das eigentliche Drama um den sagenumwobenen Grübler. Doch bevor dieser in Erscheinung tritt, muss der Hörer erst durch die „drei Pforten“ des Dichters schreiten. Zueignung, Vorspiel auf dem Theater, Prolog im Himmel. Dann endlich heißt es: „Vorhang auf!“ und „Habe nun, ach!“
Wie Dr. Heinrich Faust brütet, forscht und verzweifelt, lässt die sprachlich genaue Interpretation Netschajews erahnen. Und auch der Antipode Mephistopheles entfaltet seinen Charme und seine Abgründigkeit allein durch die Rezitation, die der ehemalige Intendant des Theaters Stendal mit Eindringlichkeit und Humor fulminant zelebriert. Goethe selbst hat oft und gern aus seinen Werken vorgelesen, um die Wirkung seiner Szenen und Verse zu erproben. Die gewählte Form des „Theaters am Tisch“ zeigt, dass es nicht viel braucht, um den Sog der Dichtung zu entfachen.
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Eintritt 25 Euro. Vorverkauf online auf unserer Startseite oder in bar an der Kinokasse.
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Alexander Netschajew © Nikolai Netschajew



